Dies ist der neutral verfasste Turnierbericht vom An Sporran Open 2022, wie er auch auf der Homepage des WDV zu lesen ist. Für den Bericht aus Sicht An Sporrans, lest bitte Teil 1!

Am vergangenen Wochenende lud der DC An Sporran ein weiteres mal zum An Sporran Open, einem ÖDV-Ranglistenturnier der 2000er-Kategorie. Für die Spieler ging es somit nicht nur um den in der österreichischen Dartsszene prestigeträchtigen Titel, sondern auch um eine Menge Punkte.

Am Samstag fanden wie üblich die Doppelbewerbe statt, zu denen sich elf Damen- sowie 38 Herren Doppel anmeldeten.

Bei den Damen wurde der Bewerb quasi zum Länderduell Österreich gegen Irland, nachdem das Donagal Darts Team dem Event heuer einen internationalen Flair verpasste und mit 11 Spielern nach Wien kam, darunter gleich acht Damen. Die Gesetzten Teams gaben sich hier in der Gruppenphase dennoch keine Blöße und zogen souverän ins Viertelfinale ein. Dort war es dann aber vorbei mit den Favoritensiegen: drei der vier Duelle gingen an die Gruppenzweiten.

Im Halbfinale rangen dann Fasching/Serloth das Topgesetzte Duo Muzik/Neumayer knapp mit 4:3 nieder, während Barbara Walkner bei ihrem „Heimspiel“ zusammen mit der Kärntnerin Brigitte Otrob das letzte verbliebene irische Duo ausschalten konnte. Die dritten Plätze gingen somit an Christiane Muzik/Daniela Neumayer sowie an Rachael McGlinchey/Catherine Porter.

In einem spannenden Endspiel vor einigen Zuschauern siegten dann auf dem Finalboard Sophie Fasching/Bianca Serloth mit 5:3 und gewannen erstmals diesen Bewerb, Platz 2 geht somit an Barbara Walkner/Brigitte Otrob.

Im enorm stark besetzten Herren-Doppel mussten sich mehrere große Namen wie zB der amtierende österreichische Meister Patrick Tringler oder Roxy-James Rodriguez verabschieden, die beide mit ihren Partnern in der „Todesgruppe“ 8 den Kürzeren zogen. Mit Masin/Fischer und Kosic/Thakur verpassten ausserdem zwei gesetzte Teams die K.O.-Runde der Letzten 16.

In einer beinharten K.O.-Phase mit vielen Spielen im Entscheidungsleg und nur einem einzigen Ergebnis zu null setzten sich schlussendlich leicht überraschend Marcel Steinacher/Michael Smolcak durch, die im Finale Dietmar Burger/Peter Gebeneter nach 3:5-Rückstand noch mit 6:5 niederrangen, nachdem sie zuvor in einer nervösen Schlussphase mehrere Matchdarts überstanden hatten. Die 3. Plätze gingen an Hannes Schnier/Daniel Bayer, die ein enges Halbfinale gegen Burger/Gebeneter 4:5 verloren, sowie an Stjepan Karacic/Vladan Cairovic, die ein bärenstarkes Turnier spielten, die zuvor angesprochene Todesgruppe überstanden und nach zwei weiteren Erfolgen erst den späteren Siegern unterlagen.

Sonntags ging es dann bei den Einzelbewerben um die wichtigsten Titel des Wochenendes. Bei den Damen standen nach interessanten Gruppenspielen alle acht Gesetzten, aber auch vier Irinnen im Achtelfinale. Letztere mussten sich hier jedoch allesamt verabschieden, sodass im Viertelfinale nur noch einheimische Spielerinnen vertreten waren. Dort mussten die Nr. 1 und 2 der aktuellen ÖDV-Rangliste beide ins Entscheidungsleg, doch während Catalina Pasa dieses überstand, unterlag Christiane Muzik Barbara Walkner. Für Catalina kam das Aus dann im Halbfinale gegen Bianca Serloth mit 2:4. Außerdem entthronte Barbara Walkner die zweifache Titelverteidigerin Jasmin Schnier in einer Nervenschlacht mit zahlreichen Matchdarts auf beiden Seiten mit 4:3. Für die Nr. 1 sowie die Siegerin des Vorjahres gab es somit Platz 3.

Im Endspiel war bei Barbara Walkner dann die Luft draußen, und Bianca bestrafte jeden Fehler eiskalt und siegte dank starker Doppelquote klar mit 5:1. Damit gewinnt sie zum 1. Mal das An Sporran Open, nachdem sie im letzten Jahr noch im Finale unterlegen war. Sie komplettiert damit ein perfektes Wochenende, nachdem sie sowohl Doppel- als auch Einzelbewerb für sich entschied. Auch für Barbara Walkner war es beim Turnier ihres Vereins ein starker Auftritt mit zwei zweiten Plätzen, nachdem sie länger keine Ranglistenturniere mehr bestritten hatte.

Bei den Herren sorgten 85 Teilnehmer für die höchste Teilnehmerzahl beim AS Open seit sehr langer Zeit, was auch zur Folge hatte das es keine Gruppenphase gab und direkt im K.O.-System gespielt wurde. Somit hieß es von Anfang an bereit zu sein, keine Fehler waren erlaubt. Mehrere starke Spieler fielen diesem Modus gepaart mit schwieriger Auslosung zum Opfer, zB Peter Gebeneter oder Stjepan Karacic, die tags zuvor noch das Stockerl im Doppel erklommen. Auch für ehemalige Champions wie Aaron Hardy war kein Platz unter den Top 16 zu holen, das Niveau war wirklich unfassbar hoch und unterstreicht die explosionsartige Entwicklung der österreichischen Dartsszene in den letzten Jahren.

Davon völlig unbeeindruckt und nicht betroffen waren einmal mehr Dietmar Burger und Hannes Schnier. Die beiden Topgesetzten Spieler marschierten ohne allzu große Probleme ins große Finale, welches eine Neuauflage aus dem Jahr 2020 war, und wie damals musste das elfte und entscheidende Leg die Entscheidung bringen. Anders als damals ging es aber an Didi Burger, der somit zum 5. Mal triumphiert und sich somit zum alleinigen Rekordsieger des AS Open macht! Zuvor hatte in einer großteils hochklassigen Partie Hannes Schnier den besseren Start. Er startete mit einem Break und verteidigte dieses eine Zeit lang durch starke Finishes von 98 und 102 unter Druck. In einem kuriosen 8. Leg kam dann das Rebreak auf der Doppel 1 in 33 Darts, nahezu 90% aller verpassten Doppeldarts passierten in diesem Leg. Hannes ging danach zwar nochmals in Führung, doch Didi holte sich auch das 2. Break zurück, diesmal aber mit großer Klasse und dem besten Leg des Finales in 11 Darts, bevor er seinen Aufschlag im Decider relativ souverän durchbrachte.

Das Podeum auf den dritten Plätzen hinter Didi Burger und Hannes Schnier komplettierten Felix Losan, der 2016 das Turnier gewann und heuer unter anderem Österreichs Staatsmeister Patrick Tringler aus dem Bewerb nahm, sowie Überraschungsmann Alexander Hladik, der als 16. ins Turnier gegangen war und nun viele Plätze in der ÖDV-Rangliste nach oben klettern wird.

An Sporran gratuliert allen Gewinnern des Jahres 2022 und bedankt sich herzlichst bei allen Spielerinnen und Spielern (und hier ganz besonders bei den Iren), die einen Teilnehmerrekord der letzten 15 Jahre möglich gemacht haben. Weiters geht ein großer Dank an den fabelhaften Gastgeber, dem Schutzhaus am Ameisbach, wo An Sporran hoffentlich auch im kommenden Jahr wieder zu Gast sein darf!